Zeiten des Wechsels – Naturheilkunde für die Frau in der Mitte des Lebens

Veröffentlicht am am in Wissen

Im mittleren Lebensalter beginnt für Frauen eine besondere Zeit des Wandels: die Wechseljahre. Für manche Frauen verläuft dieser Übergang sanft und beinahe unbemerkt, für andere bringt er körperliche und seelische Herausforderungen mit sich.

In der Naturheilkunde gibt es viel Erfahrung darin, Frauen in dieser Lebensphase zu begleiten und zu unterstützen. Oft sind es einfache, gut umsetzbare Massnahmen, die helfen können, die Balance zu bewahren oder wiederzufinden. In diesem Artikel teile ich Wissen und Anregungen für den Alltag in Zeiten des Wechsels.

Wer sich vertieft mit dem Thema auseinandersetzen möchte, ist herzlich eingeladen, dies im Kurs im Kloster Kappel im Juli 2026 zu tun oder einen persönlichen Termin in meiner Praxis zu vereinbaren. Gemeinsam können wir Ihre individuelle Situation anschauen und passende Unterstützungsmöglichkeiten besprechen.

Wenn die Hormone sich zu verändern beginnen

Die Wechseljahre beginnen meist still und auf ganz natürliche Weise. Kleine Veränderungen machen sich bemerkbar, oft lange bevor sie bewusst als Teil des Klimakteriums wahrgenommen werden. Fachlich betrachtet umfasst diese Phase etwa zehn Jahre vor und zehn Jahre nach der letzten Menstruation. Bei vielen Frauen beginnt dieser Prozess heute bereits um das 35. Lebensjahr.

Während einige Frauen diese Zeit als einen beobachtbaren, langsamen Wandel erleben, geraten andere in einen Strudel von Empfindungen, der sie an ihre persönlichen Grenzen bringen kann. Was alle Frauen verbindet, ist die Tatsache, dass die Hormonproduktion, die den weiblichen Zyklus und die Fruchtbarkeit steuert, nach und nach abnimmt. Dadurch verändert sich der Menstruationszyklus: Von einem dynamischen Wechsel mit Eisprung und Menstruation entwickelt er sich allmählich zu einer neuen, ruhigeren hormonellen Balance. Mit abnehmender Hormonproduktion rückt die Pflege des Körpers und des inneren Gleichgewichts stärker in den Fokus. Das erleben viele Frauen als eine Zeit, wo sie eine andere Qualität entwickeln für sich selbst und ihr Umfeld da zu sein.

Beschwerden, die auftreten können

Der Begriff Klimakterium stammt vermutlich aus dem Griechischen und bedeutet „Stufe“. Für manche Frauen fühlt sich diese Lebensphase tatsächlich wie ein steiler, herausfordernder Treppenabsatz an. Körperlich können unterschiedliche Beschwerden auftreten, darunter Hitzewallungen, Zyklusveränderungen, Schmerzen, sehr starke oder ausbleibende Menstruationen, Gewichtszunahme, Kreislaufprobleme sowie Schlafstörungen.

Auch auf der persönlichen Ebene wird diese Zeit von vielen Frauen als Phase beschrieben, in der nochmals wichtige Weichen gestellt werden. Die fruchtbare Lebensphase geht zu Ende, neue Prioritäten entstehen, und der Blick auf das eigene Leben verändert sich. Nach dieser Zeit berichten viele Frauen, dass sie sich gelassener fühlen, mehr bei sich angekommen sind und der nächsten Lebensphase mit Zuversicht entgegensehen.

Einfache Hausmittel, die helfen können

Oft sind es grundlegende Dinge, die den Alltag in den Wechseljahren spürbar erleichtern können:

  • eine frische, ausgewogene Ernährung
    • Achten sie auf ausreichend gute Fette und Öle (Leinöl, natives Ölivenöl, Kokosfett) und verzichten sie auf Lebensmittel mit für den Körper unnützen Fetten (fertige Süsswaren, Chips, Frittiertes, Wurstwaren)
  • ausreichend trinken
    • Trinken sie Wasser möglichst mit Zimmertemperatur und reduzieren sie Süssgetränke.
  • regelmässige Pausen und Übungen für innere Ruhe und erholsamen Schlaf
    • Atmen sie immer mal wieder ganz bewusst tief durch.
  • dem Körper angepasste Bewegung
    • Es muss nicht gleich Joggen sein, ein Spaziergang tut ihrem Körper auch schon sehr gut.

Diese einfachen Massnahmen bilden eine wichtige Basis, auf der weitere naturheilkundliche Unterstützung aufbauen kann.

Einfache Tipps bei Beschwerden:

  • Schmerzen während der Menstruation
    • Einmal am Tag Frauenmanteltee mit 6 Tabletten vom Schüsslersalz Nr. 7, Magnesium phosphoricum warm trinken.
  • Hitzewallungen
    • Probieren sie mal den Verzicht von Koffein oder Teein und Alkohol aus. Bei vielen Frauen reduziert sich dadurch die Anzahl der Hitzewallungen.
    • Für die Nacht eignet sich vielleicht ein Duvet aus Kamelhaar, dass sich gut eignet für ändernde Temperaturen.
  • Schlafstörungen
    • Fussbad am Abend mit wohlriechenden ätherischen Ölen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
    • Rosmarin stärkt die Konzentration. Sie können mit dem ätherischen Öl ein Riechstift füllen (erhältlich bei Farfalla.ch) oder einen frisch aufgegossenen Tee davon trinken.
  • Trockene Schleimhaut der Vagina
    • Zäpfchen, bspw. Rosenzäpfchen von H. Fischer oder Delima Feminin.

Pflanzen, die unterstützen können

In der Naturheilkunde werden verschiedene Pflanzen traditionell zur Begleitung der Wechseljahre eingesetzt, zum Beispiel:

  • Traubensilberkerze
  • fermentierte Sojaprodukte
  • Rotklee
  • Frauenmantel
  • Yamswurzel

Diese und weitere Heilpflanzen können – richtig ausgewählt und angewendet – eine wertvolle Unterstützung darstellen. Welche Pflanze sinnvoll ist, hängt immer von der individuellen Situation ab.

Welche Unterstützung sinnvoll ist, zeigt sich meist erst im persönlichen Gespräch. In meiner Praxis biete ich Raum für eine individuelle Beratung, um passende Heilpflanzen und Anwendungen sorgfältig auf Ihre Situation abzustimmen.

Weitere Informationen zu Terminen in meiner Praxis finden Sie hier.

Die Wechseljahre des Mannes

Auch beim Mann finden im Laufe des Lebens hormonelle Veränderungen statt. Diese Phase wird als Andropause bezeichnet und kann ebenfalls mit Beschwerden einhergehen, die oft wenig beachtet werden. Manche Männer werden feststellen, dass sich mit zunehmendem Alter Körpertemperatur, Schlafbedürfnisses, Muskelkraft, Gewicht und die sexuelle Lust verändern. Auch persönliche Prozesse können dazu führen, dass sich Prioritäten im Leben verschieben und neue Perspektiven entstehen. Solange diese Veränderungen die Lebensqualität nicht beeinträchtigen, besteht kein Handlungsbedarf. Wenn jedoch Beschwerden wie beispielsweise Hitzewallung mit viel Schweiss, Depression, Kraftlosigkeit, Gewichtszunahme oder Schlaflosigkeit auftreten, die den Alltag einschränken, kann Unterstützung sinnvoll sein. Auch hier kennt die Naturheilkunde wirkungsvolle Möglichkeiten, um den Körper sanft zu begleiten.

Wer diese Zeit des Wandels nicht allein gehen möchte und sich vertieft mit den Möglichkeiten der Naturheilkunde auseinandersetzen will, ist herzlich eingeladen, dies in einem geschützten Rahmen zu tun. Im Kurs „Wechseljahre – natürlich begleitet“ im Kloster Kappel im Juli 2026 widmen wir uns den Veränderungen dieser Lebensphase mit Wissen, Heilpflanzen und praktischen Anwendungen für Frauen. Gemeinsam schauen wir Pflanzen im Kräutergarten und in der Natur an und stellen einfache Kräutermittel für den Alltag her.

Weitere Informationen zum Kurs und zur Anmeldung finden Sie hier.

 

Quellen und Literatur

Strasse von Ridder, Saskia / Riess, Claudia (2024): Guide durch die Wechseljahre. Ganzheitlich, natürlich, selbstbestimmt. Riva Verlag, München.

Northrup, Dr. med. Christiane (2010): Frauen-Körper Frauen-Weiheit. Wie Frauen ihre ursprüngliche Fähigkeit zur Selbstheilung wiederentdecken können. Wilheilm Goldmann Verlag, München.

Northrup, Dr. med. Christiane (2023): Weisheit der Wechseljahre. Selbstheilung, Veränderung und Neuanfang in der zweiten Lebenshälfte. Edel Verlagsgruppe GmbH.

Madejsky, Margret (2008): Lexikon der Frauenkräuter. Inhaltsstoffe, Wirkungen, Signaturen und Anwendungen. Mit über 180 Heilkräuterrezepten. AT Verlag, Baden und München.