Heilpflanzenwerkstatt, Winter

Kräuter können auf viele verschiedene Arten eingesetzt werden. Im Alltag werden die Wirkungen der Pflanzen für Pflege, Reinigung und Schutz

Kräuterwanderung

Lernen Sie die Kräuter, die in unserer nächsten Umgebung wachsen kennen. Wo sie stehen, wie sie aussehen, deren Heilwirkungen, wie man sie verarbeiten sollte und was man daraus herstellen kann. Am 24.8.20 führt Sie die erfahrene Kräuterfrau und diplomierte Naturheilpraktikerin TEN durch die Kräuterwelt und Sie werden viel Neues lernen. Melden Sie sich an.

Kräuterwanderung

Draussen auf den Wiesen, am Waldrand und in den Wäldern wachsen die verschiedensten Kräuter. Einige davon sind Heilkräuter andere werden

Heilpflanzen-Werkstatt AUSGEBUCHT

An diesem Kurs lerne Sie die Grundlagen des Verarbeiten von Kräutern. Sie werden Kräutermittel selber herstellen und diese ausprobieren können.

Frühlingskräuter

Haben Sie auch schon einige frische Kräuter entdeckt? Jetzt sind die ersten Kräuter zum sammeln bereit. Begleiten Sie mich auf

Kräuterwanderung

Draussen auf den Wiesen, am Waldrand und in den Wäldern wachsen die verschiedensten Kräuter. Einige davon sind Heilkräuter andere werden

Winter

Unter einer luftig weissen Schneedecke schlafen die Kräfte der Natur. Nur wer die Decke hochhebt erkennt hier und dort ein Pflänzlein im grünen Kleid. Sie brauchen den winterlichen Schlaf nicht. Vielleicht geniessen sie die Ruhe und den kalten Wind und das Sonnenlicht, dass zwischen den blätterlosen Bäumen auf den Boden scheint. Vielleicht sind sie auch einfach robust und halten die rauen Bedingungen aus. Für einen Vorsprung im Frühjahr oder für die Gesundheit der Tiere und Menschen im Winter. Denn was unter der Schneedecke versteckt liegt oder am Bachufer die Wurzeln ins kalte Wasser streckt, hilft uns mit wertvollen Inhaltsstoffen (Bsp. Vitamin C, Senfölglygoside) durch die dunkle Jahreszeit.

 

Wir sind warm angezogen bei den jeztigen Spaziergängen. Eine Wollkappe schützt unsere Ohren vor dem kalten Wind. Wenn kein Schnee liegt, lacht uns so manches Wiesenkraut entgegen. Was wir an solchen Tagen vielleicht sammeln wären Brennessel, Löwenzahn, Storchenschnabel, Vogelmiere, Brunnenkresse oder Gänseblümchen (Beitrag zu Gänseblümchen lesen). Viele sind noch grün. Aber irgendwie sieht man das die Pflanze schläft. Deren kraftvolle Zeit kommt erst wieder. Und dann sieht auch das Grün ganz anders aus. So schauen wir uns die Pflanzen einfach an. Freuen uns sie zu erkennen.

 

Was mich im Winter immer wieder von neuem erfreut, sind die roten Beeren der Hagenbutte. Sie sind stabil und trotztem dem rauen Wetter des Herbstes und leuchten auch im tiefen Winter von Waldrand her. Es sieht schön aus, wenn ein solcher Strauch im klaren Blau des Winters steht. Und es ist auch ein Naschecken. Da kommt kein Fuchsbandwurm hin, beruhigt sich das Herz der Mütter. Und alle, auch die Kinder probieren von der erfrischend süss-säuerlichen Frucht. Aber Achtung, sagt das Lehrbuch. Es kann wegen den Widerhaken bei den Kernen zu Reizungen der Mund- und Rachenschleimhaut kommen. Man kann die Frucht auch ausdrücken, wenn sie reif vom Strauch geerntet wird. Oder man isst sie einfach so. Geht auch.

 

 

Was im Winter voller Kraft auf die ersten warmen Tage wartet sind die Knospen. Und mit Ihnen erlebt eine alte Heilmittelherstellung neuer Bekanntheit. Die Gemmotherapie. Auszüge der Knospen von Bäumen und Sträuchern unterstützen den Menschen bei verschiedensten schweren und alltäglichen Leiden. Die Präparate können selber hergestellt werden oder gekauft in der Drogerie. Manche Knospen sind essbar und können auch direkt vom Strauch gegessen werden. Lesen sie dazu auch mehr in meinem Artikel über Knsopen.

 

 

Nach dem Spaziergang ist ein heisser Tee doch eine schöne Idee. So erfreuen wir uns an den getrockneten Kräutern. Sie stehen in Gläsern aufbewahrt im Küchenschrank. Nach einer kalten Wanderung erwärmt ein frisch zubereiteter Tee unsere Finger und das Herz. Dafür eignen sich beispielsweise Lindenblüte, Holunder, Fenchel, Anis, Ingwer oder auch Zimtblüten wunderbar. Sie aktivieren unsere Körperwärme, weshalb sie auch bei Erkältungen eingesetzt werden. Eine Teemischung für den Winter könnte beispielsweise so aussehen.
Lindenblüte, Holunder, Fenchel und Malvenblüten zu gleichen Teilen mischen und in einer Tasse mit heissem Wasser übergiessen.
Oder ein Früchtetee mit getrockneten Hagenbutten, getrockneten Orangenschalen, Zimtblüten, Safran (nur wenig!). Mit etwas Quittensirup gesüsst schmeckt es mir persönlich am besten.

 

 

Die Kraft ruht im Winter – die Samen

Der letzte Beitrag in diesem Jahr widme ich den Samen. Sie wurden diesen Sommer gebildet und viele davon ruhen jetzt im Winter und warten auf den kommenden Frühling. Um dann mit dessen Wärme sich zu neuen Pflanzen zu entfalten.

Was in so einem Samen alles drin steckt

Der Samen ist ein Fortpflanzungsorgan der Pflanzen. Nachdem in der Pflanze wartende Eizelle durch die Pollen befruchtet wurden, entwickelt sich einen Samen. Dieser Samen befindet sich in der Dormanz (lat. dormire = schlafen) bis zu seiner Keimung. Dadurch wird verhindert, dass er noch an den Mutterpflanze oder bei schlechten Bedingungen keimt.

Der Samen besteht aus einer schützenden Hülle, der Samenhülle. Diese umgeben das Pflanzengewebe, das Embryo und nährende Gewebe für die Keimung der Pflanze. Das nährende Gewebe ist häufig Fett, weshalb die Samen ein wertvolles Lebensmittel ist. Obschon es ja nicht für uns nährend ist, sondern für die ersten Tage im Leben einer Pflanze.

Samen

Samen aus der Wildnis

Wer es schon gewusst hat, hat hoffentlich die Zeit genutzt und bereits viele Brennesselsamen gesammelt. Ich selbst habe dieses Jahr ein grosses Glas im Regal stehen und freue mich über die kraftvolle Zutat in der Küche. Am liebsten mag ich sie kurz im Butter oder Öl geröstet auf dem Salat oder dem gekochten Gemüse. Häufig esse ich sie ganz einfach auf dem Käsebrot oder in einem warmen Müesli. Auch haben mir Frauen erzählt, dass die Brennesselsamen auf einem Blätterteig ein feines Apérogebäck ergeben. Oder in Öl geröstet perfekt eine Pesto ergeben. Probieren Sie es mal aus. Ich finde alles ganz fein.

Essbare Samen aus der Wildnis sind auch die Nachtkerzensamen. Einigen ist das Nachtkerzenöl bekannt mit all seinen wertvollen Fettsäuren. Diese kann man auch als Samen essen und hat die Fettsäuren mit dabei. Einfach vor dem Essen mit dem Mörser zerstampfen oder gut kauen, sonst wird der Samen nicht richtig verdaut.

Weiter Beispiele für Samenpflanzen sind das drüsige Springkraut (roh, in Butter rösten oder in Guetsli anstatt Haselnüsse), Lindenblüten (schälen und roh kosten oder als falsche Kapern einlegen), Knoblauchsrauke (Kräutersenf).

Karde im Winter

pfiffiger Wintergratin

Für 4 Personen

Zutaten

500 g Kartoffeln
300 g Kürbis
Saisonale Kräuter (Brennessel, Wegerich, Schafgarbe, Löwenzahn, Vogelmiere, ect.)
6 EL Brennesselsamen
4 dl Bouillon
4 EL Reibkäse
Salz und Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung

  • Gemüse rüsten und in kleine Stücke schneiden
  • Kräuter waschen und rüsten, allenfalls auch etwas klein schneiden
  • Alles in einer Auflaufform anrichten und die Bouillon darüber giessen und würzen
  • Im Ofen bei 220° C ca 30 min weich kochen
  • Reibkäse und Brennesselsamen am Schluss darüber geben und noch ca 10 min gratinieren

 

Erntezeit Herbst – Die Früchte

Hmm…es ist Herbst. Sind es nicht wunderbare Monate. Der September und Oktober, wo auf Sträuchern und Bäumen so viele feine Früchte reifen. Die roten Beeren sind im Volksmund als giftige Vogelbeeren nur eine Augenweide. Für die geschulten Wildsammler sind die einen auch wertvolle Vitaminspender und spannende Geschmackskomponenten.

Die Frucht ganz fachlich betrachtet

Die Frucht ist botanisch definiert alles was aus der Blüte hervor geht. Das beinhaltet Samen, Fruchtfleisch und allenfalls Hüllen. So gehört konkret das Obst, die Beeren, die Nüsse, Hülsenfrüchte und Samen mit einrechnen. Umgangsprachlich verstehen wir wohl eher das Obst als Frucht. Aber für die Pflanze ist alles, was sie zur Fortpflanzung produziert eine Frucht.

Die Pflanze macht eine Frucht, um sich fortzupflanzen. Aus der befruchteten Blüte entsteht eine Frucht. Und diese soll im Idealfall keimen und zu einer neuen Pflanze heranwachsen.

Hagenbutte

Der Zeitpunkt soll der richtige sein

Ein Privileg der Wildsammlungen ist es, dass wir die Früchte reif pflücken können. Keine Tomaten die erst aufgrund von Hormonen im Lastwagen rot wurden, sonder knallig-farbige Geschmackserlebnisse mit vollem Aroma.

Doch wann ist jetzt bloss der richtige Zeitpunkt. Das ist eine Kunst, denn die Frucht soll süss schmecken. Bei uns gibt es einige Früchte, welche erst mit einem Frost wirklich wohlschmeckend werden. Das sind beispielsweise die Hagenbutte und die Schlehe. Mit dem Frost entwickelt sich in der Frucht durch einen chemischen Vorgang mehr Zucker und dadurch werden sie süsser. Diesen Vorgang können wir mit Hilfe unseres Gefrierers nachahmen. 24 h im Gefrierer direkt nach dem Sammeln der Früchte soll ausreichen, dass diese noch genug Zucker produzieren.

Früchte wie Apfel, Quitte, Holunder, Johanissbeeren, Brombeeren und Himbeeren brauchen diesen Frost nicht. Die werden von September bis Oktober gesammelt.

Quitte

Eine fruchtige Auswahl für die Küche

Mit den Früchten können allerlei Rezepte hergestellt werden. Die klassischen sind wohl Confi oder Kompott und Desserts. Auch können die Früchte eingefroren oder getrocknet werden. Gerade die Beeren der Eberesche, Brombeere oder der Schlehe schmecken getrocknet lecker und können als Snack gegessen werden oder in Müsli oder Früchtebrote eingearbeitet werden.

Aus Beeren kann man auch feine Getränke herstellen oder sie in Essig oder Öl einlegen und so fruchtige Salatsaucen machen.

Die Vielfalt der Möglichkeiten ist gross und ich bin überzeugt, dass jeder seine Freude mit den Beeren finden wird.

Hier noch eine Rezeptidee aus unserem Naturchuchi-Kurs im September. Es war echt super lecker!

herzhafte Pancakes

Rezept für 4 Personen

Zutaten

  • 4 Eier
  • 4 EL Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 400 ml Milch
  • 400 g Weissmehl
  • 2 TL Backpulver
  • 10 g Butter
  • 3 Äpfel
  • 1 handvoll reife Weissdornbeeren
  • 1 dl Wasser oder Apfelsaft
  • Zucker oder Agavendicksaft zum Süssen

Zubereitung

  • Eier mit dem Zucker cremig aufschlagen, dann die Milch dazugeben und unterrühren
  • Salz, Mehl und Backpulver einrühren, bis ein glatter Teig entsteht (Wer besonders luftige Pancakes möchte, trennt die Eier und hebt das steif geschlagene Eiweiß ganz zum Schluss unter den Teig.)
  • Den fertigen Teig nun 15 Minuten ziehen lassen
  • In die erhitzte, gefettete Pfanne mit einer Schöpfkelle einen Klecks Teig geben und bei mittlerer Hitze ausbacken. Da die Pancakes kleiner sind, kann man auch mehrere gleichzeitig in der Pfanne zubereiten
  • Die Äpfel rüsten und schälen, die Weissdornbeeren waschen und die Rosette entfernen
  • Die Äpfel mit den Beeren und der Flüssigkeit weich kochen
  • Durch ein Passvite treiben und die Kerne der Weissdornbeeren entfernen
  • Mit dem Zucker oder Agavendicksaft auf die gewünschte Süsse abschmecken
  • Die Pancakes mit dem Fruchtmousse und frischen Blüten anrichten und geniessen

Herbstkräuter

Im Rahmen der Veranstaltung KulTOUR am 31. August fand ein Vortrag über Herbstkräuter statt. Dies ist die Zusammenfassung dieses Vortrages,